Neuer Brandbrief von Källenius an die EU

Mercedes-Chef warnt vor Deindustrialisierung. Kursorrektur der EU-Industrie- und Klimapolitik gefordert

Neuer Brandbrief von Källenius an die EU: Mercedes-Chef warnt vor Deindustrialisierung. Kursorrektur der EU-Industrie- und Klimapolitik gefordert
Erstellt am 10. Februar 2026

Der europäische Automobilherstellerverband ACEA hat die EU-Spitzen eindringlich aufgefordert, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie zu sichern und eine drohende Deindustrialisierung abzuwenden. In einem Schreiben an die EU-Führung skizziert der amtierende ACEA-Präsident Ola Källenius, der seines Zeichens ja auch Mercedes-Benz CEO ist, drei zentrale Handlungsfelder, die aus Sicht der Branche entscheidend für die industrielle Zukunft Europas sind. (ACEA ist ein Verband, der die Interessen der größten europäischen Fahrzeughersteller/Automobiluzulieferer vertritt).

Erstens fordert ACEA eine gezielte Stärkung der industriellen Basis in Europa. Um kritische Abhängigkeiten zu reduzieren und mehr Wertschöpfung in der EU zu halten, seien schnellere Genehmigungsverfahren, niedrigere industrielle Energiekosten und verlässliche Investitionsanreize notwendig. Zudem drängt der Verband auf eine rasche Ratifizierung von Freihandelsabkommen wie jenen mit Indien und Mercosur. Diese sollen offene Märkte sichern, zugleich aber in eine umfassende Re-Industrialisierungsstrategie eingebettet sein – insbesondere mit Blick auf Schlüsseltechnologien wie die Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge.

Zweitens spricht sich ACEA für einen pragmatischen, technologieneutralen Ansatz bei der Dekarbonisierung des Verkehrs aus. Die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission zur CO₂-Regulierung für Pkw und Transporter reichen nach Ansicht des Verbands nicht aus. ACEA fordert stärkere Flexibilitäten bis 2030, zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für Transporter sowie eine frühere Anwendung von Ausgleichsmechanismen, um nachhaltige Kraftstoffe und innovative grüne Materialien schneller in den Markt zu bringen. Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele seien zudem europaweit einheitliche Nachfrageanreize, niedrigere Strompreise und ein deutlich beschleunigter Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Drittens warnt der Verband vor einem anhaltenden Rückgang der Fahrzeugproduktion in Europa. Steigende regulatorische Anforderungen und hohe Kosten machten insbesondere die Produktion bezahlbarer Fahrzeuge zunehmend unattraktiv. ACEA fordert daher eine beschleunigte Erneuerung der Fahrzeugflotten, eine konsequente Vereinfachung der Regulierung – etwa bei Euro-7-Vorgaben für Nutzfahrzeuge – sowie eine bessere Abstimmung neuer Vorschriften auf die Entwicklungszyklen der Industrie.

In wenigen Worten zusammengfasst: Insgesamt plädiert ACEA-Präsident Ola Källenius für eine realistischere und industriepolitisch ausgewogene EU-Strategie, die Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Wertschöpfung in Europa gleichermaßen berücksichtigt.


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