Wer sich intensiv mit klassischen SL-Modellen beschäftigt, stößt früher oder später auf einen Namen: Hemmels. Das Unternehmen aus Cardiff in Wales hat sich in wenigen Jahren einen Ruf erarbeitet, der weit über die klassische Oldtimer-Restauration hinausgeht. Hemmels steht für eine neue Interpretation automobiler Ikonen – und insbesondere für eine ganz besondere Vision des Mercedes-Benz 280 SL Pagode.
Vom Restaurator zur Manufaktur
Gegründet wurde Hemmels 2016 in Cardiff, hervorgegangen aus der Bündelung mehrerer spezialisierter Restaurationsbetriebe. Heute firmiert das Unternehmen als international tätige Manufaktur mit Kunden in Europa, Nordamerika, Asien und Australien.
An der Spitze stehen der CEO Thomas Butterfield sowie Jon Curley und Technikchef Joseph Sullivan, die den Betrieb zu einer Luxusmarke für klassische Mercedes-Sportwagen entwickelt haben. Der Fokus ist klar definiert: Hemmels widmet sich ausschließlich den großen SL-Ikonen der Nachkriegszeit – vom Mercedes-Benz 300 SL über den Mercedes-Benz 190 SL bis hin zur Pagode.
Doch anders als traditionelle Restauratoren versteht sich Hemmels nicht als Bewahrer – sondern als Schöpfer. Das heißt auch, die Briten nehmen sich auch ein gewisses Maß an schöpferischer Freiheit.
„Neugeboren“ – mehr als eine Restauration
Das Herzstück der Marke ist der sogenannte Neugeboren-Prozess. Dabei wird jedes Fahrzeug vollständig zerlegt und über rund ein Jahr hinweg mit etwa 4.000 Arbeitsstunden neu aufgebaut.
Das Resultat ist kein klassisch restaurierter Oldtimer, sondern ein Fahrzeug, das sich anfühlt wie ein Neuwagen – technisch präzise, hochwertig verarbeitet und auf Wunsch individuell modernisiert. Das Programm folgt dabei einer klaren Philosophie: Der Kunde ist nicht Käufer, sondern Mitgestalter. Und genau hier geht Hemmels deutlich weiter als klassische Restauratoren.
Individualisierung bis ins Detail
Besonders eindrucksvoll ist die Gestaltungsfreiheit im Innenraum. Hier wird aus klassischer Mercedes-Ästhetik ein maßgeschneidertes Luxusinterieur:
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Wahl zwischen edlem Leder oder Materialien wie Alcantara
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individuelle Farbkombinationen bis hin zu Kontrastnähten
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verschiedene Holzoberflächen für Armaturen und Details
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Lenkrad optional in passendem Leder handvernäht
Das Ergebnis ist ein Interieur, das nicht nur hochwertig wirkt, sondern exakt auf den Besitzer zugeschnitten ist. Auch technisch bleibt kaum ein Wunsch offen. Trotz klassischer Optik lässt sich die Pagode mit zahlreichen modernen Features ausstatten:
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elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung
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Klimaanlage und verbesserte Heizsysteme
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elektronische Zündung
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Edelstahl-Abgasanlage und aufwendig veredelter Motorraum
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modernes Infotainment inklusive USB-Anschlüssen
So entsteht ein Fahrzeug, das den Komfort eines modernen Mercedes bietet – ohne seine klassische Seele zu verlieren.
Hemmels positioniert seine Fahrzeuge bewusst als Luxusprodukte. Ein Fahrzeug entsteht in rund zwölf Monaten Bauzeit, wird individuell konfiguriert und mit Garantie ausgeliefert – ganz wie ein moderner Premiumwagen. 30 Pagoden kann und will Hemmels pro Jahr neu wiederauferstehen lassen. Einschließlich der elektrischen Variante, die in Kooperation mit Everrati entsteht.
Die Preise bewegen sich entsprechend auf hohem Niveau, doch die Nachfrage scheint vorhanden zu sein. Kein Wunder: Jede Pagode ist ein Einzelstück, geschaffen für Kunden, die nicht nur fahren, sondern gestalten wollen. Und die Kunden im Nahen Osten entdecken gerade erst ihre Lust am Mercedes Klassiker - aber bitte nur wie neu. Neugeboren eben!
Die Pagode als individuelle Wiederauferstehung
Im Zentrum des Angebots steht der Mercedes-Benz 280 SL Pagode – für viele der eleganteste SL. Hemmels macht aus diesem Klassiker ein individuelles Projekt: Der Kunde wird Teil des Entwicklungsprozesses und gestaltet „seine“ Pagode wie ein maßgeschneidertes Luxusprodukt.
Das Prinzip erinnert bewusst an die Konfiguration eines Neuwagens – nur mit deutlich größerem Spielraum:
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freie Wahl von Lack, Materialien und Details
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handgefertigte Interieurs nach Wunsch
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technische Upgrades von Fahrwerk bis Komfort
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moderne Features wie Klimaanlage oder Infotainment dezent integriert
So entsteht kein restauriertes Fahrzeug von der Stange, sondern ein Unikat mit persönlicher Handschrift.
Zwischen Originalität und Innovation
Besonders spannend ist, wie Hemmels mit dem Thema Originalität umgeht. Während viele Puristen oft jede Veränderung ablehnen, verfolgt das Unternehmen einen anderen Ansatz: Die klassische Form bleibt unangetastet – doch unter der Oberfläche darf sich die Technik weiterentwickeln.
Das zeigt sich besonders deutlich bei der elektrischen Pagode. Seit 2021 bietet Hemmels eine vollelektrische Variante an, die klassische Ästhetik mit moderner Antriebstechnik verbindet.
In Zusammenarbeit mit Everrati wurde dieses Konzept weiterentwickelt – hin zu einem der technisch anspruchsvollsten elektrifizierten Klassiker überhaupt. Hemmels bietet eine vollelektrische Pagode an, bei der die originale Optik nahezu vollständig erhalten bleibt. Ein moderner Elektromotor mit zeitgemäßer Leistung kommmt zum Einsatz, Reichweiten von rund 200–260 km sind möglich. Damit richtet sich das Angebot an Kunden, die klassische Formensprache mit nachhaltiger Technik verbinden möchten.
Luxusgut statt Oldtimer
15 Bilder Fotostrecke | Neugeboren - das Hemmels Prinzip der Wiedergeburt der Pagode: Maßgeschneiderte Klassiker: Hemmels und der Traum von der neugeborenen 280 SL „Pagode“ Hemmels positioniert seine Fahrzeuge bewusst als Luxusprodukte. Ein Fahrzeug entsteht in rund zwölf Monaten Bauzeit, wird individuell konfiguriert und mit Garantie ausgeliefert – ganz wie ein moderner Premiumwagen.
Die Preise bewegen sich entsprechend auf hohem Niveau, doch die Nachfrage soll stimmen und das auf internationaler Ebene. Kein Wunder: Jede Pagode ist ein Einzelstück, geschaffen für Kunden, die nicht nur fahren, sondern gestalten wollen. Hemmels ist also mehr als ein Restaurationsbetrieb – es ist eine Manufaktur, die klassische Mercedes-Ikonen neu denkt.
Für Liebhaber der Pagode eröffnet sich damit eine faszinierende Perspektive: Nicht einfach einen Oldtimer zu besitzen, sondern ihn nach eigenen Vorstellungen neu entstehen zu lassen. Dann aber nicht zusammenzucken, wenn einer der Umstehenden grummelt: "Das ist aber nicht original!"
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