Mercedes-Sparprogramm: Arbeitsplatzabbau gehört zum Plan

Kosten schrubben: Mercedes will Produktion nach Ungarn verlagern

Mercedes-Sparprogramm: Arbeitsplatzabbau gehört zum Plan: Kosten schrubben: Mercedes will Produktion nach Ungarn verlagern
Erstellt am 27. Februar 2025

Mercedes-Benz plant, im Rahmen eines umfassenden Sparprogramms, Produktionskapazitäten von Deutschland ins ungarische MB-Werk Kecskemét zu verlagern. „ Die Pläne sehen eine Reduzierung der Produktionskapazität in deutschen Mercedes-Werken um 100.000 Einheiten innerhalb der nächsten drei Jahre vor. Gleichzeitig wird die Produktion im ungarischen Werk Kecskemét auf 200.000 Fahrzeuge erhöht, da die Kosten dort um 70 Prozent niedriger sind als in Deutschland. Zudem soll ein Kompaktmodell künftig in Ungarn statt in Deutschland gefertigt werden. Eine Werksschließung in Deutschland sei laut Mercedes-Finanzvorstand Harald Wilhelm zwar nicht vorgesehen, aber ohne Arbeitsplatzabbau in deutschen Mercedes-Produktionsstätten wird die Rechnung nicht aufgehen.

Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete Mercedes-Benz einen Gewinnrückgang von 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro, während der Umsatz um 4,5 Prozent auf 145,6 Milliarden Euro sank. Besonders das schwächelnde China-Geschäft trug maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Als Reaktion darauf kündigte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius ein Sparprogramm an, das bis 2027 jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Euro vorsieht.
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Ein zentraler Bestandteil dieses Programms ist die Verlagerung von Produktionskapazitäten in Länder mit niedrigeren Arbeitskosten. Finanzvorstand Wilhelm erklärte, dass der Anteil der Produktion in solchen Ländern bis 2030 von derzeit 15 auf 30 Prozent erhöht werden soll. Ungarn spielt dabei eine Schlüsselrolle, da die Faktorkosten dort im Vergleich zu Deutschland um 70 Prozent niedriger sind.

Auswirkungen auf die deutschen Mitarbeiter

Trotz der geplanten Produktionsverlagerung betont Mercedes-Benz, dass keine Werksschließungen in Deutschland vorgesehen sein sollen. Allerdings ist ein schrittweiser Personalabbau geplant, der laut Mercedes-Benz vorwiegend durch natürliche Fluktuation und Abfindungsprogramme erreicht werden soll. Inoffiziellen Berichten zufolge könnten zwischen 15.000 und 20.000 Stellen betroffen sein.

Kritische Betrachtung: Premiumfahrzeuge kostengünstig produzieren?

Die Entscheidung, hochpreisige Premiumautomobile in Ländern mit niedrigeren Produktionskosten herzustellen, wirft Fragen hinsichtlich der Markenidentität und der Qualitätswahrnehmung auf. Mercedes-Benz hat sich unter der Führung von Ola Källenius verstärkt als Luxusmarke positioniert, mit dem Fokus auf hochwertige und begehrenswerte Produkte.
Die Verlagerung der Produktion könnte jedoch das Image der Exklusivität beeinträchtigen. Kunden, die bereit sind, einen hohen Preis für ein Premiumfahrzeug zu zahlen, erwarten nicht nur erstklassige Qualität, sondern womöglich auch eine Fertigung, die diesem Anspruch gerecht wird. Die Steigerung der Produktion in einem Niedriglohnland könnte daher die Wahrnehmung der Marke negativ beeinflussen.
Zudem stellt sich die Frage, ob die Kosteneinsparungen die potenziellen Risiken rechtfertigen. Während niedrigere Lohnkosten kurzfristig finanzielle Vorteile bringen, könnten langfristige Auswirkungen auf die Markenloyalität und das Qualitätsimage den wirtschaftlichen Nutzen schmälern.

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